Erneuerbare, hygienisch wirksame Nanobeschichtungen auf komplexen Medizinprodukten

       

In den letzten Jahren nahm die Zahl von Krankenhausinfektionen durch multiresistente Mikroorganismen (z. B. MRSA, speziell aber auch neuartige, multiresistente gramnegative Erreger) weltweit deutlich zu. Einer der wesentlichen Einflussfaktoren für die Ausbreitung dieser Infektionen ist die hygienische Effektivität der Aufbereitung von Medizinprodukten gegenüber Keimen, Prionen oder Blutbestandteilen. Die Aufbereitung komplexer Medizinprodukte mit herkömmlichen Methoden ist auf Grund ihrer Materialeigenschaften (hohe Temperaturen, aggressive Lösungsmittel) häufig nicht möglich. Ein Ansatz ist es, der Ausbreitung der Erreger immer neue Methoden (Hürden) entgegen zu setzen. Im Sinne eines solchen Multi-Hürden-Konzeptes wird nach alternativen Methoden zur Aufbereitung mit keim- und rückstandsfreien Oberflächen intensiv gesucht.
Im Projekt „Nanogiene“ wurde ein völlig neuartiger Ansatz einer nanostrukturierten Oberflächenmodifikation mit einer darauf abgestimmten Keimreduktionsmethode kombiniert.
Die nanostrukturierte Beschichtung soll die Anheftung von Erregern und Blutbestandteilen an den Oberflächen deutlich vermindern und bei jeder Aufbereitung des Produkts entfernt und neu aufgebracht werden. Durch die vollständige Schichtentfernung ist die Biofilmbildung mit multiresistenten Mikroorganismen nicht möglich. Die äußere Schicht der Oberfläche ist bei jedem Einsatz des Medizinproduktes unverletzt und neu hergestellt.

Somit entsteht die Grundlage für einen innovativen Aufbereitungsprozess von Medizinprodukten der die hygienische Sicherheit wesentlich erhöhen kann und neue Produktideen verwirklicht, die als Einwegprodukt nicht realisierbar wären.

Dieses Projekt wurde gefördert furch das Bundesministerium für Bildung und Forschung
unter den Förderkennzeichen 13N11353 – 13N11358